Nintendo Switch 2 setzt auf Zugänglichkeit
Nach Monaten intensiver Vorfreude, die durch Spekulationen und Leaks geschürt wurde, hat Nintendo die Switch 2 offiziell in einer speziellen Direct-Präsentation enthüllt. Wir wurden mit Trailern für neue Titel wie Mario Kart World und Donkey Kong Bonanza verwöhnt, zusammen mit exklusiven Nintendo GameCube-Titeln für Switch 2 Online. Von entscheidender Bedeutung war, dass wir einen umfassenden Blick auf die Konsole selbst erhielten. Ich freue mich feststellen zu können, dass die Switch 2 aus der Perspektive der Barrierefreiheit eine deutliche, vielseitige Weiterentwicklung gegenüber ihrem Vorgänger darstellt.
Vor einigen Monaten skizzierte ich meine Erwartungen an die Barrierefreiheit von Nintendos kommender Konsole. Meine Hoffnungen umfassten robustere Barrierefreiheitsfunktionen, verbesserte Joy-Con-Funktionalität und inklusive Design-Innovationen. Zu meiner Überraschung hat Nintendo nicht nur auf jeden dieser Punkte eingegangen, sondern sie übertroffen. Diese Ausgabe von Access Designed befasst sich mit den aufregenden, bestätigten Barrierefreiheitsverbesserungen der Switch 2.
Neue Barrierefreiheits-Einstellungen
Die Direct-Präsentation selbst zeigte nur wenige konkrete Barrierefreiheitsoptionen, abgesehen von vollständig anpassbaren Steuerungen für jeden virtuellen GameCube-Titel, welche die Systemeinstellungen berücksichtigen. Allerdings veröffentlichte Nintendo anschließend eine spezielle Barrierefreiheits-Webseite, die eine Vielzahl von zurückkehrenden und neuen Funktionen umreißt.
Vollständig anpassbare Steuerungen kehren zurück und funktionieren genauso wie bei der originalen Switch. Die Option, die Textgröße über drei Varianten anzupassen, ist ebenfalls wieder da, nun ergänzt durch die Möglichkeit, einen Hohen Kontrast-Modus zu aktivieren und allgemeine Displayfarben zu ändern. Die essentielle Zoom-Funktion für blinde und sehbehinderte Spieler kehrt ebenfalls zurück. Vielleicht die bedeutendste Überraschung ist die Einführung einer neuen "Bildschirmleser"-Einstellung.
Blinde und sehbehinderte Nutzer sind oft auf Sprachausgabe angewiesen, um durch Menüs und Einstellungen zu navigieren. Diese Funktion ist derzeit für das HOME-Menü und die Systemeinstellungen bestätigt, und sie ist ein wichtiges Werkzeug, das behinderten Spielern ermöglicht, die Switch 2 eigenständig zu bedienen. Der Bildschirmleser beinhaltet Optionen zur Auswahl verschiedener Stimmen, zur Anpassung der Lesegeschwindigkeit und zur Lautstärkekontrolle. Es bleibt abzuwarten, ob einzelne Spiele diese Systemwerkzeuge unterstützen oder eigene Barrierefreiheitsoptionen anbieten werden. Nichtsdestotrotz ist Nintendos ausdrückliche Anerkennung seines behinderten Publikums eine erfreuliche Entwicklung, die mein Interesse an den zukünftigen Barrierefreiheitsinitiativen des Unternehmens weiter steigert.
Innovatives Design
Über spezielle Systemmenüs hinaus stellte Nintendo ein neuartiges, inklusives Werkzeug vor, das die kognitive, motorische und blinde/sehbehinderte Zugänglichkeit innerhalb einer beliebten Spielereihe erheblich verbessert. Die umbenannte Nintendo Switch App beinhaltet jetzt Zelda Notes, eine Begleit-Applikation für Breath of the Wild und Tears of the Kingdom. Deren Navigationsfunktion erlaubt es Spielern, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten und sogar schwer auffindbare Koroks mit einer GPS-ähnlichen Oberfläche zu lokalisieren. Die App bietet akustische Signale und gesprochene Anweisungen, um Spieler direkt zu ihrem gewählten Ziel zu führen. Obwohl keine perfekte Lösung – sie unterstützt nicht bei präziser Navigation oder Feind-Begegnungen –, hilft sie blinden und sehbehinderten Spielern erheblich bei der Erkundung der riesigen Spielwelt und reduziert die kognitive Belastung.
Eine besonders wertvolle Funktion für kognitiv, motorisch und blind/sehbehindert eingeschränkte Spieler ist das Autobuild-Sharing-Werkzeug innerhalb der App. Es ermöglicht Nutzern, ihre eigenen Zonai-Geräte-Kreationen über einen scannbaren QR-Code zu teilen. Mit den nötigen Materialien können behinderte Personen diese Maschinen automatisch konstruieren. Persönlich empfand ich das Steuerungsschema und die Tastenkombinationen für den Bau von Zonai-Maschinerie in Tears of the Kingdom als immens herausfordernd. Dieses neue Werkzeug bedeutet, dass ich nur noch Ressourcen sammeln muss und den komplexen Bauprozess komplett umgehen kann. Dies verkörpert die inklusiven Designprinzipien, für die ich Nintendo stets gelobt habe.
Schließlich funktioniert die Item-Sharing-Funktion ähnlich wie Autobuild Sharing und erlaubt es behinderten Spielern, Gegenstände über QR-Codes auszutauschen. Dies verringert die körperliche Belastung erheblich, da die Notwendigkeit entfällt, ständig die Spielwelt nach Waffen und Nahrung abzusuchen. Machen diese Funktionen Breath of the Wild und Tears of the Kingdom vollständig barrierefrei? Nicht ganz. Allerdings stellen sie einen unglaublichen Schritt nach vorn dar.
Rollstuhlsport
Die überraschendste Ankündigung für mich war zweifellos Drag X Drive, ein von Rocket League inspiriertes Spiel, in dem Spieler Charaktere in manuellen Rollstühlen auf einem Basketballfeld steuern. Diese Enthüllung ist ein fantastisches Beispiel positiver Repräsentation von Behinderung und hebt eine der wenigen neuen Hardware-Innovationen der Switch 2 hervor: die mausartige Steuerung.
Indem man einen Joy-Con auf die Seite legt, kann man ihn über jede Oberfläche gleiten lassen und so die Funktion einer Computermaus nachahmen. Obwohl der präzise Kraftaufwand für die Cursorbewegung noch unbekannt ist – zum Vergleich: meine Ultrawide-Monitor-Maus arbeitet mit 6400 DPI – birgt jede neuartige Eingabemethode zweifellos Potenzial für die Barrierefreiheit einer breiten Palette behinderter Spieler. Es ist spannend zu spekulieren, wie Nintendo diese Funktion einsetzen wird, aber wichtiger ist, dass sie behinderten Personen ein weiteres Werkzeug bietet. In Kombination mit der umfangreichen Palette an bereits mit der Switch und Switch 2 kompatiblen Controller-Typen, setzt Nintendo seine Innovationen bei der Controller-Nutzung fort.
Als lebenslanger Nintendo-Fan ist meine Begeisterung für die Switch 2 immens. Während der voraussichtliche Preis von 450 US-Dollar mich zögern lässt, begann meine Leidenschaft fürs Gaming mit Nintendo. Jede neue Konsole bringt überzeugende Fortschritte in der Barrierefreiheit mit sich, die Nintendos Engagement für inklusives Design untermauern. Obwohl ein hauseigenes, barrierefreies Gerät wie der Xbox Adaptive Controller oder der PlayStation Access Controller noch nicht angeboten wird, geht Nintendo seinen eigenen Weg, indem es neue Spielweisen für behinderte Menschen erfindet. Kombiniert man diese Innovationen mit der jüngsten Nachricht, dass Nintendo an standardisierten Barrierefreiheits-Kennzeichnungen mitarbeitet, bin ich zuversichtlich, dass das Unternehmen die Barrierefreiheits-Standards weiter zum Besseren heben wird.
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